In Oberjünne gibt es nur einen Verein. Es existiert aber ein reges gesellschaftliches Leben.

Freiwillige Feuerwehr Oberjünne

Oberjünner Wehr aufgelöst

OBERJÜNNE Es war nur ein kurzer Akt: Die Freiwillige Feuerwehr Oberjünne ist jetzt auch offiziell aufgelöst worden. Christian Großmann, Direktor des Amtes Brück, informierte den Amtsausschuss. Der Tragspritzen-Anhänger sei zur Feuerwehr Golzow gegangen. Die übrigen Gerätschaften seien auf benachbarte Wehren im Amt verteilt worden. Gemeinsam mit dem Ortsbeirat soll überlegt werden, wie es mit dem Gerätehaus weitergehe. Zusammen mit fünf kleineren Wehren im Amt war Oberjünne schon vor Monaten aus der so genannten Alarm- und Ausrückeordnung herausgenommen worden. Grund: Die Kameraden sind nicht oder nur unzureichend auf dem aktuellen Ausbildungsstand. Das Amt bat die sechs Wehren um Stellungnahme zur eigenen Zukunft. Aus Baitz gebe es bisher „so gut wie keine Resonanz“, sagte Großmann. Erfreulich dagegen sei, dass die Wehr von Deutsch Bork neun neue Mitstreiter habe, die jetzt mit der Ausbildung beginnen wollen. Trebitz sei mit Gömnigk zusammengegangen, mit einer kleinen, „aber sehr aktiven Wehr“, lobte der Amtsdirektor. Er sei optimistisch, dass sich auch für Freienthal eine Lösung finden werde. 05.03.2005

Feuerwehrverein

ohne Feuerwehr Gruppe engagiert sich für Oberjünne

HEIKO HESSE

2005

OBERJÜNNE Komisch sei dieser Umstand schon. Das sieht auch Alexander Müller so. Der 21-Jährige leitet seit kurzem den Feuerwehrverein Oberjünne. Eine einsatzbereite Feuerwehr allerdings hat der Ortsteil der Gemeinde Planebruch nicht mehr. Wie berichtet, fehlen ordnungsgemäß ausgebildete Kameraden.

Seit wenigen Tagen sind auch die letzten Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr Oberjünne fort. Sie leisten nun in anderen Wehren im Amt Brück ihre Dienste. „Es hat auch Stimmen gegeben, die den Feuerwehrverein in einen Heimatverein oder etwas Ähnliches umbenennen wollten“, berichtet Müller. Man habe sich jedoch darauf verständigt, die vorhandene Struktur zu nutzen. „Der Zusammenhalt muss gefördert werden und das ist doch nicht von der Feuerwehr abhängig.“ 20 Mitglieder zählt der einzige Verein Oberjünnes. Mehr als jeder sechste Einwohner des Dorfes ist hier organisiert.

Neben Müller gibt es weitere Neulinge im Vorstand. Lars Fröhndrich und Dieter Säger sind ebenfalls in das Gremium gewählt worden, in dem bislang einzig Christian Geltz gesessen hatte. Der Vorstand, sagt der Vorsitzende, „hat sich deutlich verjüngt“. Ortsbürgermeister Norbert Fröhndrich freut sich auf den frischen Wind dieser neuen Führungsriege.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten stünden die Feste – das Sommerfest mit Tanz und Spielen für Klein und Groß sowie die Adventswanderung. Das traditionelle Osterfeuer, sagt Müller, könnten die Oberjünner nun gemeinsam mit dem Planebruch-Nachbardorf Cammer veranstalten. „Dort gibt es diese Tradition nicht“, erläutert der Vereins-Chef. Wohl aber ausgebildete Feuerwehr-Kameraden, die stets zur Absicherung eines Osterfeuers gehören.

Noch vor zwei Jahren habe der Verein einmal im Jahr eine Tagesfahrt organisiert. „Ich will versuchen, dass uns so etwas wieder gelingt.“ Vor zwei Jahren jedoch habe der Verein die Fahrt noch aus der Vereinskasse bestreiten können. „Da hatten wir auch noch Einnahmen.“ Mittlerweile veranstaltet der Verein keine Diskos mehr. Um das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Oberjünne zu fördern, sei es auch denkbar, einmal einen Blasmusik-Nachmittag für die Senioren zu organisieren.